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Seit dem 15. Oktober bin ich im Genuss eines Jahresstipendiums des Deutschen Historischen Instituts Warschau. In meinem PostDoc-Projekt „Gute Zeiten. Positive historische Referenzen im Vergleich“ stelle ich die Erinnerung an das „Wirtschaftswunder“ in der Bundesrepublik der 1950-er Jahre der an die Gierek-Zeit in Polen gegenüber.

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Ich freue mich, dass meine Dissertationsschrift „Hinwendung nach Europa“ nun als Buch verfügbar ist. Sie erschien in der von Wolfgang Schmale herausgegebenen Reihe „Herausforderungen“ im Winkler Verlag.

In dem Buch beschreibe ich, wie Untergrundautoren, Intellektuelle und offizielle Journalisten in der DDR, in Polen und der ČSSR während des Kalten Kriegs Europa imaginiert haben. Anhand dieses Deutungskampfs um den Europabegriff zeige ich, dass sich die Öffentlichkeitsstrukturen im Staatssozialismus bereits lange vor 1989 wandelten und so der „Friedlichen Revolution“ den Weg ebneten. Ich wünsche viel Freude beim Hineinlesen!

Ich danke allen Stipendiengebern für die Förderung des Forschungsprojekts und dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds für einen Zuschuss zu den Druckkosten. Ich möchte zudem allen sehr herzlich danken, die meine Promotion im wissenschaftlichen Austausch und mit praktischer Hilfe unterstützt haben. Ohne sie wäre die Studie nicht entstanden.

Mein Projektvertrag bei der Forschungsabteilung der Stasi-Unterlagen-Behörde ist nun ausgelaufen – ich habe das Manuskript über die Arbeit der MfS-Operativgruppen im sozialistischen Ausland zur Redaktion eingereicht.

Am 13. Februar trage ich die Ergebnisse meiner Studie zu den Stasi-Operativgruppen auf einer Konferenz zur Zusammenarbeit der staatssozialistischen Geheimpolizeien in Budapest vor. Ausgerichtet wird sie vom erst kürzlich gegründeten Nationalen Erinnerungsinstitut NEB.

Als Ergebnis der Konferenz zu „Socialist visions and policies on European cooperation“ am Europäischen Hochschulinstitut erschien nun ein special issue des European Review of History. Mein Beitrag darin beschreibt, wie offizielle Journalisten im Staatssozialismus eine ökonomische Öffnung nach Westen propagierten. Er zeigt an diesem Beispiel eine wachsende Ambivalenz der offiziellen Europapropaganda und eine strukturelle Ausdifferenzierung der Sphäre der offiziellen Herrschaftsrepräsentation in den späten 1970-er und den 1980-er Jahren.

Am 18. Juni trage ich im Colloquium der Forschungsabteilung in der Stasi-Unterlagen-Behörde zu meinem aktuellen Forschungsprojekt vor – den Stasi-Operativgruppen in anderen Ländern des Ostblocks. Der Vortrag findet um 18.15 Uhr in der Bibliothek der Stasi-Unterlagen-Behörde statt (Karl-Liebknecht-Straße 31, am Alexanderplatz).

Auf der Jahrestagung des Arbeitskreises Historische Friedensforschung werde ich darlegen, wie sich das Konzept der „Unteilbarkeit des Friedens“ zwischen den unabhängigen Friedensbewegungen Ost- und Westeuropas ausbreitete – und wie sich die staatssozialistischen Geheimpolizeien dazu verhielten.